Photoswap, der Fotocontest beim Photocase Tag 2014

Weiter geht’s mit unserem Rückblick zum Photocase-Tag 2014, heute zum Foto-Contest. Der lief ganz ähnlich ab wie im letzten Jahr, nur mit einem kleinen Twist. Wenn unser Contest ein Cocktail gewesen wäre, dann hätte er auf jeden Fall das Wörtchen “Twist” im Namen gehabt. Aber da es aber nicht um alkoholhaltige Flüssigkeiten, sondern um das Finden eines neuen Besitzers des Photocase-Wanderpokals ging, haben wir den Contest auf den Namen “Photoswap” getauft.

Die Aufgabe & Ablauf

Wie im letzten Jahr bestand die Aufgabe darin, eine Foto-Story mit 6 Fotos zu fotografieren. Das Thema war frei. Die Foto-Geschichte sollte anschließend auch wieder präsentiert werden, aber diesmal – und hier kommt der “Swap”-Teil – nicht von der eigenen Gruppe, sondern von einer anderen Gruppe. Die Herausforderung bestand also zum einen darin, 6 spannende Fotos abzuliefern und zum anderen, dass man sich Gedanken zu den Fotos einer anderen Gruppe machen musste und dazu eine Geschichte entwickeln sollte, die es dann vor gesammelter La Chaman-Meute zu präsentieren galt. Ausgezeichnet wurde dann zum einen die beste Foto-Serie und die beste Geschichte/Präsentation. Also ziemlich komplex das Ganze, was wir vor allem beim Mischen der Fotos und Gruppen zu spüren bekommen haben. Bei der Zuordnung gab es leider einen Sprung in der Matrix und so gab es dann eine Foto-Serie, zu der sich 2 Gruppen eine Geschichte ausgedacht haben und dafür eine Serie, zu der es dann letztendlich keine Geschichte gab. An dieser Stelle noch mal Entschuldigung für den kleinen Fehler, wir hoffen es hat uns keiner krumm genommen.

Die Jury

Auch in diesem Jahr fällte wieder eine Jury die Entscheidung, welche sich aus je einem Mitglied aus jeder Contest-Gruppe zusammensetze. Wer das war, legte jede Gruppe für sich fest. Insgesamt gab es 7 Gruppen, ergo 7 Jury-Mitglieder und das waren o-zero, table, andlostluggage, Gräfin., jock+scott, prenz66 und sir_hiss.

Die Preise

Als Preis für die besten Fotos winkte ein 100GB Dropbox Gutschein.

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Für die beste Geschichte/Präsentation gab es eine Runde Konstruktor DIY Sets von Lomography.de

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Gewinner in der Kategorie “Beste Geschichte”

Der Preis für die beste Geschichte ging an Gruppe 7, bestehend aus Charlotte V., jodofe, matlen und andlostluggage. Herzlichen Glückwunsch! Die Fotos zur Geschichte kamen übrigens von Gruppe 6 mit secretgarden, Th S, o-zero und speednik, die von der Jury mit dem 2. Platz in der Kategorie “Beste Fotos” ausgezeichnet wurden.

Story Part 1

Trefft Adelgunde, Vorstandsvorsitzende der Neuköllner Latex- und Gummiliebhaber e.V. Adelgunde ist unglücklich. Das letzte Treffen hat ihr kaum noch Freude bereitet und auch ihr geliebter Luftballon bedeutet ihr nicht mehr so viel…

Auch Horst fühlt sich nicht so gut. Als Kassenwart der Stoffbeutel-Fetischisten Moabit e.V. fühlt er nicht mehr wirklich ausgelastet. Und auch sein Lieblingsstoffbeutel kann nicht mehr darüber hinwegtäuschen: Aus Stoffbeutelliebe ist die Luft raus.

Doch was ist das? Ahh – Gummi, Latex. So etwas Schönes hat Horst noch nie gefühlt.

Adelgunde freut sich. Sollte ihr Luftballon einen neuen Liebhaber gefunden haben? Und was hat Horst da so liebevoll im Arm? Einen Stoffbeutel…. Interessant. Ob sie den mal befühlen darf?

Schnell verschwinden beide im nächsten Busch und versuchen sich an ihren neuen Fetischen…

Pures Glück, Happy End. Gemeinsam ziehen die Beiden los, um Talkumpuder und Weichspüler zu kaufen.

Gewinner in der Kategorie “Beste Fotos”

Den Photocase Wanderpokal und die Dropbox Gutscheine haben hat in diesem Jahr Gruppe 3 mit fabsn, pischare, *princessa*, table und koordinate für ihre Streetfoto-Reihe “Berlin – ein Portrait” abgeräumt. Herzlichen Glückwunsch! Wir hätten gern alle 6 Fotos hier gezeigt, aus rechtlichen Gründen war dies aber leider nicht möglich und so können wir euch leider nur ein Foto aus der Reihe zeigen:

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Aus der Gewinner-Reihe “Berlin – ein Portrait”

Leider war es Gruppe 3, zu deren Fotos es keine Geschichte gab. Die Fotos haben die Jury und uns aber trotzdem überzeugt. Einen Link zur gesamten Serie gibt es hier im Fotografen-Forum.

Platz 2 in der Kategorie “beste Fotos” hatten wie schon erwähnt Gruppe 6 gewonnen. Der 3. Platz in dieser Kategorie ging an Gruppe 7, die wiederum auch den Platz für die beste Geschichte abgeräumt haben. Hier geht’s zu ihren Fotos.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Contest und der Siegerehrung

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Danke an alle, die mitgemacht haben, ein spezieller Dank an die Jury und natürlich an unsere Preissponsoren Lomography.de und Dropbox!

Video: Photocase Fotografen-Portrait mit Fabian Sixtus Körner

Mit unserer neuen Video-Reihe stellen wir einige unserer Photocase-Fotografen etwas näher vor. Wir wollen einen Einblick geben in das, was sie bewegt, wie sie zur Fotografie gekommen sind und was sie mit Photocase verbindet.

“Irgendwann hatte ich den Schlüssel zur Dunkelkammer”

Im ersten Video sprechen wir mit Fabian Sixus Körner, auf Photocase findet man ihn unter dem Namen fabsn.

 

An Fabian kommt man nicht vorbei. Nicht nur, weil er schon ewig bei Photocase dabei ist, sondern auch, weil er ständig mit seinen Reisegeschichten auffällt. Jedes Mal, wenn wir mit Fabian Kontakt hatten, schrieb er von einem anderen fernen Ort, erzählte neue spannende Geschichten und wir so: “Moment mal, was macht der Kerl da eigentlich?”. Das hat er uns unter anderem auch erzählt.

Über seine Reisen hat Fabian übrigens auch ein Buch geschrieben. “Journeyman: 1 Mann, 5 Kontinente und jede Menge Jobs” gibts hier und mit Sicherheit bei deinem Buchladen um die Ecke.

Der Herr der Streifen

Foto von Bratscher

“Gerhard Richters Gitarre” von Bratscher – zum Foto

Unser Fotograf Martin Morgenstern aka Bratscher ist seit 2007 und mit derzeit 177 Fotos bei uns dabei und unter anderem für seine Streifenfotos bekannt. Auch in der Kaffeebar Rossi im Hannover hat Martin bereits ausgestellt (siehe hier). Als Musikwissenschaftler und Musikjournalist schlägt sein Herz für die Musik und die Fotografie. In diesem Blogpost erzählt er uns von den Parallelen zwischen Musik, Malerei und Fotografie, und was das Ganze mit Gerhard Richter und den “Strips” zu tun hat (kennt ihr sicher, falls nicht, bekommt ihr hier einen Eindruck).

Foto: Anna S.

Martin Morgenstern ist Bratscher bei Photocase (Foto: Anna S.)

Wahnsinn, welche rasanten Sprünge die Kunst um die letzte Jahrhundertwende machte. Sowohl in der Musik als auch der Malerei explodierten die Stilrichtungen. Bald standen sich die konservativen Altmeister und eine neue Avantgarde gegenüber, für die keine Regeln mehr zu gelten schienen. Beziehungsweise, noch etwas komplizierter: Man hörte der seriellen Musik ihre allerstrengsten Regeln gar nicht mehr an, man hörte nur noch scheinbares Chaos. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis man die Entwicklung skeptisch sah, der immerwährenden, beziehungsweise immer extremer werdenden Provokationen müde wurde. Wenn so was passiert, schwappt meist eine Retro-Welle, eine “Neue Einfachheit” wird modern. “Redux” war angesagt. Unter solchen Vorzeichen versteht man vielleicht die Musik von Steve Reich, Philip Glass oder Michael Nyman, später auch die (und besonders die!) von Arvo Pärt. Die Komponisten orientierten sich am Minimalismus der Bildenden Kunst und reduzierten ihre Werke auf ganz einfache, fast geometrische Grundstrukturen, die häufig wiederholt wurden. Ihre Musik war auf einmal super-abstrakt: Der Musik mit ihren beiden Grunddimensionen Tonhöhe und Tondauer fehlte eine von zwei Koordinatenachsen. Musik “dauerte” nicht mehr, der Zeitbegriff war aufgehoben. Man konnte sozusagen an einem beliebigen Punkt in das Stück ein- und auch wieder aussteigen.

Fast so wie bei Gerhard Richters “Streifen”. Diese sind unendlich kurz oder lang. Beim Betrachten verliert sich der Betrachter. Vor einem Jahr habe ich den teuersten lebenden Maler Deutschlands auf einem Presserundgang erlebt. Seine “Strips” wurden ab September 2013, nach mehreren Ausstellungen anderswo, endlich in der Galerie Neue Meister in Dresden gezeigt.

Gerhard Richter beim Presserundgang 2013 in Dresden (Foto: Bratscher)

Gerhard Richter beim Presserundgang in der Galerie neue Meister in Dresden 2013 (Foto: Bratscher)

Für mich war das Redux: das Kunstwerk verlor plötzlich die Hälfte seiner Dimensionen. Richter ist ein unprätentiöser Typ, sympathisch guckte er unter seinen buschigen Augenbrauen vor, schelmisch antwortete er auf die Journalistenfragen. “Was wollen Sie mit den Strips aussagen?”, fragte eine übereifrige Redakteurin zum Beispiel. Richter lachte. “Nichts! Also, das kann sicher jeder raussuchen! Außerdem interessieren mich die Strips schon gar nicht mehr. Ich mache längst etwas anderes…” Die Journalisten raunten und ließen sich die Ausstellungsplakate signieren (man kann ja nie wissen). Der Generaldirektor der Sammlungen fasste die Aussage der “Strips” später etwas seriöser so zusammen: “Sie fragen sich: was bedeutet Bedeutung?” Aha. Klar!

Foto: bratscher

“Adrenalin” von Bratscher – zum Foto

"150." von bratscher – zum Foto

“150.” von Bratscher – zum Foto

Streifen, Strips, oder Stripes (auf den Unterschied wurde während der Pressekonferenz viel Zeit verwendet), kommen in unserem Alltag überall vor. Seit Jahren sammle ich fotografisch Streifen, einige haben es auch in mein Photocase-Portfolio geschafft.

Foto von bratscher

“My minimal world” von Bratscher – zum Foto

Ich finde es toll, wenn an ganz überraschenden Orten Richtersche Streifen auftauchten, auf Sheldon Coopers Sofakissen, in der Schaufensterwerbung in der Dresdner Neustadt oder der Strandtasche meiner Freundin. Oder auch bei Photocase, immer wieder zum Beispiel bei view7.

Foto von view 7

“SUPER” von view 7 – zum Foto

Irgendwann machte ich auch für Photocase gezielt Streifenfotos, manchmal durch Verziehen der Kamera oder auch – wahrscheinlich unerlaubterweise – “digital”, und übrigens fast genauso wie Richter, indem ich einfach einen 1 Pixel breiten Streifen eines früheren Fotos auswählte, in die Breite zog und leicht nachbearbeitete. Welche Streifen dagegen “echt” sind, beziehungsweise was die Vorbilder meiner “Strips” waren, verrate ich jetzt mal nicht.

"Hinterm Horizont" von Bratscher – zum Foto

“Hinterm Horizont” von Bratscher – zum Foto

“Was bedeutet Bedeutung?” Gerhard Richter, der heute in Köln lebt, hat seiner Heimatstadt Dresden einmal ganz konkret mit einem Bild geholfen. Na gut, damals waren es keine Streifen. Aber ist es nicht toll, was Kunst, und das Interesse an Kunst, manchmal auslösen kann? So, fertig mit meinem philosophischen Monolog, ich geh raus, fotografieren.

Danke, Martin! Hier geht’s zu seinem Userprofil mit Fotos mit und ohne Streifen.

Das war der La Chamansabaa Photocase-Tag 2014

Schwuppdiwupp… und schon ist er wieder rum, der Photocase-Tag. Schon verrückt, wie schnell der Tag erst ran und dann rum war. Aber wie sagt man doch so schön? Die Zeit verfliegt, wenn man Spaß hat und die hatten wir definitiv am Samstag. Danke an alle, die da waren! Wir hoffen, ihr habt euch wohl gefühlt und gut amüsiert. Wir fanden es mal wieder super schön mit euch über Photocase und die Welt zu plaudern, den Contest-Präsentationen zu lauschen und über die Fotos zu staunen. Der Photocase Wanderpokal hat einen neuen Besitzer gefunden und zwar… das verraten wir in einem extra Blogpost zum Contest. ;) Das Wetter hat bis auf einen kurzen aber heftigen Regen mit viel Wind auch wieder mitgespielt (nur unsere Pompons haben den Guss leider nicht überlebt).

Letztes Jahr gab es zum Photocase-Tag ja eine kleine Video-Aktion. Wir hatten die Gelegenheit genutzt, eine Reihe von Fotografen-Video-Portraits aufzunehmen und wir haben uns riesig gefreut, dieses Jahr schon mal einen kleinen Zusammenschnitt zeigen zu können. Die einzelnen Videos werden wir in Kürze in voller Länge zeigen. Ein weiteres Interview und zwar mit dem guten pischare, das wir während des La Chamansabaa mit ihm gedreht haben, wird sogar noch hinzu kommen.

Was gab es sonst noch Neues in diesem Jahr? Wir haben die alte Tradition der “Kamera am Strick” in etwas anderer Form wiederbelebt (danke übrigens an Denjenigen, der die Kameras vor dem Regen unter den Tisch gerettet hat). Dazu hatten wir 2 Einwegkameras an einem Strick zusammengebunden, damit sich immer 2 Leute gegenseitig gegenseitig fotografieren konnten. Auf die Fotos sind wir auch schon gespannt. Außerdem haben wir es dieses Jahr nun auch endlich mal geschafft, ein Gruppenfoto mit allen zu machen. :)

Titel: “Gruppenfoto mit Tisch” ;)

Ein paar witzige Timelapse Aufnahmen gibt es auch (danke Ullrich!). So sah La Chamansabaa von oben aus. Frank holt die Meute rein für die Video- und Contest-Präsentationen:

Die Erkenntnisse des Tages…

  • Es hat sich mal wieder gezeigt, dass unsere Fotografen nicht nur fotografieren, sondern auch super Geschichten erzählen können und mit höchst komplexen Contest-Vorgaben keine Schwierigkeiten haben.
  • Bei uns hat definitiv der coolere Poetry Slam des Abends stattgefunden. ;) (Insider)
  • Das mit dem Gruppenfoto machen wir nächstes Jahr wieder.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Tag

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Servus aus dem 1. Stock (Foto: sir_hiss)

Servus aus dem 1. Stock (Foto: sir_hiss)

Voller Einsatz beim Contest (Foto: sir hiss)

Voller Einsatz beim Contest (Foto: sir_hiss)

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Material-Check (Foto: sir_hiss)

Die Fotos für den Contest auswählen (Foto: sir_hiss)

Die Fotos für den Contest auswählen (Foto: sir_hiss)

Treffen & schwatzen (Foto: sir_hiss)

Treffen & schwatzen (Foto: sir_hiss)

Wespenschutz mit Möhre (Foto: sir_hiss)

Wespenschutz mit Möhre (Foto: sir_hiss)

Am Abend (Foto: sir_hiss)

Guddn La Chamanaaaabend :) (Foto: sir_hiss)

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Ditte war’s erstmal, wa. Nächstes Jahr geht’s weiter mit La Chaman8! :)

Ein besonderer Dank für die Unterstützung geht an dieser Stelle noch mal raus an Lomography Deutschland und Dropbox!

Los, los!
Anmeldung zum Photocase-Tag

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Ist es schon La Chaman-time? Na bald! Die Anmeldung zu unserem diesjährigen Photocase-Tag La Chamanسبعة läuft noch bis morgen. Also husch, husch, den Anmeldebutton geklickt und den Weekender gepackt (Kamera nicht vergessen!). Wir würden uns freuen, so viele Photocasler wie möglich am 9. August in Berlin zu sehen.

PS: Es gibt Kuchen! :)

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