Der Herr der Streifen

Foto von Bratscher

“Gerhard Richters Gitarre” von Bratscher – zum Foto

Unser Fotograf Martin Morgenstern aka Bratscher ist seit 2007 und mit derzeit 177 Fotos bei uns dabei und unter anderem für seine Streifenfotos bekannt. Auch in der Kaffeebar Rossi im Hannover hat Martin bereits ausgestellt (siehe hier). Als Musikwissenschaftler und Musikjournalist schlägt sein Herz für die Musik und die Fotografie. In diesem Blogpost erzählt er uns von den Parallelen zwischen Musik, Malerei und Fotografie, und was das Ganze mit Gerhard Richter und den “Strips” zu tun hat (kennt ihr sicher, falls nicht, bekommt ihr hier einen Eindruck).

Foto: Anna S.

Martin Morgenstern ist Bratscher bei Photocase (Foto: Anna S.)

Wahnsinn, welche rasanten Sprünge die Kunst um die letzte Jahrhundertwende machte. Sowohl in der Musik als auch der Malerei explodierten die Stilrichtungen. Bald standen sich die konservativen Altmeister und eine neue Avantgarde gegenüber, für die keine Regeln mehr zu gelten schienen. Beziehungsweise, noch etwas komplizierter: Man hörte der seriellen Musik ihre allerstrengsten Regeln gar nicht mehr an, man hörte nur noch scheinbares Chaos. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis man die Entwicklung skeptisch sah, der immerwährenden, beziehungsweise immer extremer werdenden Provokationen müde wurde. Wenn so was passiert, schwappt meist eine Retro-Welle, eine “Neue Einfachheit” wird modern. “Redux” war angesagt. Unter solchen Vorzeichen versteht man vielleicht die Musik von Steve Reich, Philip Glass oder Michael Nyman, später auch die (und besonders die!) von Arvo Pärt. Die Komponisten orientierten sich am Minimalismus der Bildenden Kunst und reduzierten ihre Werke auf ganz einfache, fast geometrische Grundstrukturen, die häufig wiederholt wurden. Ihre Musik war auf einmal super-abstrakt: Der Musik mit ihren beiden Grunddimensionen Tonhöhe und Tondauer fehlte eine von zwei Koordinatenachsen. Musik “dauerte” nicht mehr, der Zeitbegriff war aufgehoben. Man konnte sozusagen an einem beliebigen Punkt in das Stück ein- und auch wieder aussteigen.

Fast so wie bei Gerhard Richters “Streifen”. Diese sind unendlich kurz oder lang. Beim Betrachten verliert sich der Betrachter. Vor einem Jahr habe ich den teuersten lebenden Maler Deutschlands auf einem Presserundgang erlebt. Seine “Strips” wurden ab September 2013, nach mehreren Ausstellungen anderswo, endlich in der Galerie Neue Meister in Dresden gezeigt.

Gerhard Richter beim Presserundgang 2013 in Dresden (Foto: Bratscher)

Gerhard Richter beim Presserundgang in der Galerie neue Meister in Dresden 2013 (Foto: Bratscher)

Für mich war das Redux: das Kunstwerk verlor plötzlich die Hälfte seiner Dimensionen. Richter ist ein unprätentiöser Typ, sympathisch guckte er unter seinen buschigen Augenbrauen vor, schelmisch antwortete er auf die Journalistenfragen. “Was wollen Sie mit den Strips aussagen?”, fragte eine übereifrige Redakteurin zum Beispiel. Richter lachte. “Nichts! Also, das kann sicher jeder raussuchen! Außerdem interessieren mich die Strips schon gar nicht mehr. Ich mache längst etwas anderes…” Die Journalisten raunten und ließen sich die Ausstellungsplakate signieren (man kann ja nie wissen). Der Generaldirektor der Sammlungen fasste die Aussage der “Strips” später etwas seriöser so zusammen: “Sie fragen sich: was bedeutet Bedeutung?” Aha. Klar!

Foto: bratscher

“Adrenalin” von Bratscher – zum Foto

"150." von bratscher – zum Foto

“150.” von Bratscher – zum Foto

Streifen, Strips, oder Stripes (auf den Unterschied wurde während der Pressekonferenz viel Zeit verwendet), kommen in unserem Alltag überall vor. Seit Jahren sammle ich fotografisch Streifen, einige haben es auch in mein Photocase-Portfolio geschafft.

Foto von bratscher

“My minimal world” von Bratscher – zum Foto

Ich finde es toll, wenn an ganz überraschenden Orten Richtersche Streifen auftauchten, auf Sheldon Coopers Sofakissen, in der Schaufensterwerbung in der Dresdner Neustadt oder der Strandtasche meiner Freundin. Oder auch bei Photocase, immer wieder zum Beispiel bei view7.

Foto von view 7

“SUPER” von view 7 – zum Foto

Irgendwann machte ich auch für Photocase gezielt Streifenfotos, manchmal durch Verziehen der Kamera oder auch – wahrscheinlich unerlaubterweise – “digital”, und übrigens fast genauso wie Richter, indem ich einfach einen 1 Pixel breiten Streifen eines früheren Fotos auswählte, in die Breite zog und leicht nachbearbeitete. Welche Streifen dagegen “echt” sind, beziehungsweise was die Vorbilder meiner “Strips” waren, verrate ich jetzt mal nicht.

"Hinterm Horizont" von Bratscher – zum Foto

“Hinterm Horizont” von Bratscher – zum Foto

“Was bedeutet Bedeutung?” Gerhard Richter, der heute in Köln lebt, hat seiner Heimatstadt Dresden einmal ganz konkret mit einem Bild geholfen. Na gut, damals waren es keine Streifen. Aber ist es nicht toll, was Kunst, und das Interesse an Kunst, manchmal auslösen kann? So, fertig mit meinem philosophischen Monolog, ich geh raus, fotografieren.

Danke, Martin! Hier geht’s zu seinem Userprofil mit Fotos mit und ohne Streifen.

Das war der La Chamansabaa Photocase-Tag 2014

Schwuppdiwupp… und schon ist er wieder rum, der Photocase-Tag. Schon verrückt, wie schnell der Tag erst ran und dann rum war. Aber wie sagt man doch so schön? Die Zeit verfliegt, wenn man Spaß hat und die hatten wir definitiv am Samstag. Danke an alle, die da waren! Wir hoffen, ihr habt euch wohl gefühlt und gut amüsiert. Wir fanden es mal wieder super schön mit euch über Photocase und die Welt zu plaudern, den Contest-Präsentationen zu lauschen und über die Fotos zu staunen. Der Photocase Wanderpokal hat einen neuen Besitzer gefunden und zwar… das verraten wir in einem extra Blogpost zum Contest. ;) Das Wetter hat bis auf einen kurzen aber heftigen Regen mit viel Wind auch wieder mitgespielt (nur unsere Pompons haben den Guss leider nicht überlebt).

Letztes Jahr gab es zum Photocase-Tag ja eine kleine Video-Aktion. Wir hatten die Gelegenheit genutzt, eine Reihe von Fotografen-Video-Portraits aufzunehmen und wir haben uns riesig gefreut, dieses Jahr schon mal einen kleinen Zusammenschnitt zeigen zu können. Die einzelnen Videos werden wir in Kürze in voller Länge zeigen. Ein weiteres Interview und zwar mit dem guten pischare, das wir während des La Chamansabaa mit ihm gedreht haben, wird sogar noch hinzu kommen.

Was gab es sonst noch Neues in diesem Jahr? Wir haben die alte Tradition der “Kamera am Strick” in etwas anderer Form wiederbelebt (danke übrigens an Denjenigen, der die Kameras vor dem Regen unter den Tisch gerettet hat). Dazu hatten wir 2 Einwegkameras an einem Strick zusammengebunden, damit sich immer 2 Leute gegenseitig gegenseitig fotografieren konnten. Auf die Fotos sind wir auch schon gespannt. Außerdem haben wir es dieses Jahr nun auch endlich mal geschafft, ein Gruppenfoto mit allen zu machen. :)

Titel: “Gruppenfoto mit Tisch” ;)

Ein paar witzige Timelapse Aufnahmen gibt es auch (danke Ullrich!). So sah La Chamansabaa von oben aus. Frank holt die Meute rein für die Video- und Contest-Präsentationen:

Die Erkenntnisse des Tages…

  • Es hat sich mal wieder gezeigt, dass unsere Fotografen nicht nur fotografieren, sondern auch super Geschichten erzählen können und mit höchst komplexen Contest-Vorgaben keine Schwierigkeiten haben.
  • Bei uns hat definitiv der coolere Poetry Slam des Abends stattgefunden. ;) (Insider)
  • Das mit dem Gruppenfoto machen wir nächstes Jahr wieder.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Tag

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Servus aus dem 1. Stock (Foto: sir_hiss)

Servus aus dem 1. Stock (Foto: sir_hiss)

Voller Einsatz beim Contest (Foto: sir hiss)

Voller Einsatz beim Contest (Foto: sir_hiss)

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Material-Check (Foto: sir_hiss)

Die Fotos für den Contest auswählen (Foto: sir_hiss)

Die Fotos für den Contest auswählen (Foto: sir_hiss)

Treffen & schwatzen (Foto: sir_hiss)

Treffen & schwatzen (Foto: sir_hiss)

Wespenschutz mit Möhre (Foto: sir_hiss)

Wespenschutz mit Möhre (Foto: sir_hiss)

Am Abend (Foto: sir_hiss)

Guddn La Chamanaaaabend :) (Foto: sir_hiss)

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Ditte war’s erstmal, wa. Nächstes Jahr geht’s weiter mit La Chaman8! :)

Ein besonderer Dank für die Unterstützung geht an dieser Stelle noch mal raus an Lomography Deutschland und Dropbox!

Los, los!
Anmeldung zum Photocase-Tag

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Ist es schon La Chaman-time? Na bald! Die Anmeldung zu unserem diesjährigen Photocase-Tag La Chamanسبعة läuft noch bis morgen. Also husch, husch, den Anmeldebutton geklickt und den Weekender gepackt (Kamera nicht vergessen!). Wir würden uns freuen, so viele Photocasler wie möglich am 9. August in Berlin zu sehen.

PS: Es gibt Kuchen! :)

RSVP auf Facebook

Interview: Irinas Reisen Teil II

Letztes Jahr im Winter hatten wir unsere Fotografin Irina hier im Blog über ihre Reise gen Osten, durch Russland bis nach Alaska ausgefragt. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits durch Polen, die Slowakei, die Ukraine und Rumänien gereist. Ganz allein, mit Rucksack, Kamera und einer gehörigen Portion Offenheit und Mut im Gepäck. Sie war in Bulgarien, der Türkei, im Kaukasus, in Kasachstan, Kirgistan, im Osten Russlands und schließlich in Südkorea, bevor sie zurück in Deutschland eine kleine Reisepause eingelegt hat. Hier könnt ihr ihren inspirierenden und mitreißenden Reisebericht nachlesen. Sicher habt ihr euch (wie wir) immer mal wieder gefragt, welche Abenteuer sie seitdem erlebt hat. In unserem aktuellen Interview haben wir sie daher noch mal mit ein paar Fragen gelöchert…

Foto: Irina

Irina im Westen der Mongolei am Har Us Nuur (Schwarzwassersee) (Foto: Irina)

Hi Irina, wie ging es für dich weiter nach deiner kleinen Reisepause? Und was ist seitdem passiert?

Während meiner viermonatigen Reisepause fiel es mir relativ schwer, mich wieder einzugliedern in einen normalen Alltag. Ich fühlte mich eher wie auf der Durchreise und war es ja im Prinzip auch. Dennoch war es danach genauso schwierig, wieder loszufahren und weiter zu machen. War eine merkwürdige Phase und ich würde sie immer irgendwie als Teil der Reise betrachten.

Nach dem finalen Ende meiner Reise im August 2013 fühlte ich mich voller Elan und wollte sofort durchstarten mit einer Doktorarbeit über Waschbären in Georgien. Naja, daraus ist irgendwie nix geworden und im grauen November war meine angesammelte Motivation endgültig verflogen und meine Arbeits- und Perspektivlosigkeit erschien mir endlos. Doch genau dann bekam ich völlig unerwartet einen sehr interessanten, kuriosen Job: Interviewen Sie chinesische Studenten an der Akademischen Prüfstelle der Deutschen Botschaft in Peking für drei Monate! Ok?! Völlig verrückt, aber ein großer Glücksgriff für mich, der mich bereits an die Deutsche Botschaft in Ulaanbaatar/Mongolei geführt hat und im November hoffentlich nach Vietnam und danach wieder für ein paar Monate nach China führen wird. In der Zeit zwischen den Aufträgen reise ich natürlich ;) Und so befinde ich mich gerade auf dem Rückweg von der Mongolei nach Deutschland. Wie immer backpackend, busfahrend, hitchhikend und couchsurfend.

Erzähl uns doch kurz, welche Länder dich im 2. Teil deiner Reise erwartet haben und was du dort erlebt hast.

Der zweite Teil meiner “Weltreise” führte mich von April bis August 2013 zuerst zwei Monate in die Mongolei, dann einen Monat nach China und dann für einen Monat nach Alaska und ins kanadische Yukon Territory. Und ich würde sagen, dass dieser Teil der Reise wohl der beste war. Ich habe so viele unglaubliche Sachen erlebt und tolle Menschen getroffen. Besonders die Mongolei hat sich genau als das Traumland herausgestellt, als das ich es mir vorgestellt habe – ebenso Alaska und der Yukon. China fand ich als Reiseland nicht so geeignet für mich. Ich habe fast nur Städte besucht. Es war aber trotzdem interessant und es ist ein kulinarisches Wunderland – das beste Essen auf der ganzen Reise. :)

In der Mongolei habe ich sämtliche Wildbiologen kontaktiert, die es dort gibt und mit meinem kleinen Interviewprojekt (www.greentrousers.org) offene Türen eingerannt. Ich bekam viele Infos über die laufenden Projekte und durfte eine kurze Zeit sogar beim WWF Mongolia mitarbeiten an deren Schneeleoparden-Projekt. Und so kam es, dass ich eines Tages die unglaubliche Gelegenheit bekam, einer jungen, wilden Schneeleopardin bis auf 20 m nah zu kommen und in die Augen schauen zu können. Das war sicher einer der glücklichsten Momente der ganzen Reise und erscheint mir immer noch sehr surreal. Ebenfalls wunderschön fand ich die Gobi und die generell unendlich erscheinenden Weiten der Mongolei.

In Alaska und im Yukon ging es weiter mit dem Postkartenszenario und Tiersichtungen – dabei waren Grizzlies, ein sehr naher Schwarzbär, ziehende Lachse, ein Buckelwal, Caribous, ein Polarfuchs und Elche. Daher gehört dieser Teil der Erde für mich ebenfalls zu meinen Highlights. Aber dort hatte ich auch die besten menschlichen Begegnungen! Ich bin den größten Teil der Reise mit zwei Israelis zusammen gereist und für uns schien einfach die Sonne, anders lässt es sich nicht sagen ;) Danach war ich hitch-hikend unterwegs und endete zum Abendessen, einigen Drinks in diversen Bars und zur Übernachtung auf einer Yacht! Und das ungewöhnlichste Couchsurfing Bett lag im Küstenregenwald in Alaska nahe Haines in einem kleinen, offenen Baumhaus! Ach und ich habe eine neue Lieblingsstadt: Dawson City im Yukon. Die Goldgräberstadt sprüht immer noch so vor Abenteuerlust und -geist, es herrscht eine unglaubliche Atmosphäre. Besonders wenn im Sommer um drei Uhr nachts die Sonne immer noch nicht hinter’m Horizont verschwunden ist und man alle 15 Bars und Saloons durch hat… Eine tolle Zeit hatte ich dort. Über den Polarkreis hinaus bin ich auch gekommen und habe mit den First Nations frisches Caribousteak gegessen.

Ich könnte euch stundenlang etwas über diesen Teil der Reise erzählen und hoffe, dass ich das mit Einigen mal live nachholen kann.

In Peking gab es dann ja sogar ein Photocase-Usertreffen, richtig? Erzähl uns doch kurz wie es war und wie es dazu kam.

Ja das war total witzig! Ich hatte im Forum gelesen, dass steffne und seine Freundin nach Peking wollten für einen Kurzurlaub. Zur gleichen Zeit lebte ich schon dort wegen meines Jobs an der Prüfstelle. Also haben wir uns dann kurz vor Ostern 2014 direkt zweimal getroffen. An einem Tag sind wir im Glockenturm-Viertel herumspaziert, bewaffnet mit Atemmasken gegen den üblen Smog und natürlich mit unseren Kameras. Beim zweiten Mal haben wir uns die Verbotene Stadt von einem Hügel aus angeschaut im dunstigen Abendlicht und sind danach bei einem sehr scharfen Hotpot versackt. Schön war’s!

Ein Photocase Usertreffen in Peking. (Foto: steffne)

Ein Photocase Usertreffen in Peking. (Foto: steffne)

Bist du deiner Art zu reisen treu geblieben? Also allein mit Rucksack und vorrangig per Bus, Zug oder Schiff?

Ja, ich präferiere weiterhin diese Art des Reisens. Ich möchte so nah wie möglich an den Einheimischen sein und ihre Art des Umherfahrens teilen. Das heißt, ich nutze immer noch das vorhandene öffentliche Verkehrsnetz, was schonmal bedeuten kann, dass man 2 Tage in einem klapprigen Bus sitzt mit null Beinfreiheit, äußerst holprigen “Straßen” aber 50 super interessanten Menschen. Auf dem Weg ins mongolische Altai spielte man zum Beispiel Karten, Geschicklichkeitsspiele und sang kasachische Lieder oder feuerte den Fahrer an, wenn der “gegnerische” Bus überholt wurde. Ich liebe solche Momente und Geschichten und würde es nicht eintauschen wollen gegen einen bequemen, dreistündigen Flug. Nach Alaska musste ich allerdings fliegen. Schiffe gibt’s sicher auch, waren aber für mich unbezahlbar.

Und in Sachen Fotoequipment? Bist du jetzt auch mit Digitalkamera unterwegs? Und wie macht sich das auf Reisen, so vielleicht nicht immer eine Steckdose zum Kamera aufladen in der Nähe ist. Hast du irgendwelche Tipps und Tricks?

Ja, ich habe mir tatsächlich eine Digitalkamera zugelegt (Panasonic Lumix LX7). Ich vermisse meine analogen Kameras aber schon manchmal, ihr Gewicht jedoch nicht. Ich werde die analogen weiter auf Kurztrips nutzen und “Zuhause” (wo auch immer das ist). Das mit dem Akku aufladen ist gar nicht so ein großes Problem. Zum einen hält meiner recht lang, da ich nicht sooo viel fotografiere und zum anderen findet man immer irgendwo irgendwelche Hirten oder Leute, die Strom haben. Zur Not auch mal in einem kleinen Tante-Emma-Laden. Erst kürzlich haben mir zwei russische Jungs geholfen. Ich fuhr mit ihnen per Anhalter und wir mussten eine Nebenstrecke rein und rausfahren wegen einer Lieferung, die sie dort abzugeben hatten. In dem Dorf an der Hauptstrecke kannten sie die Köchin der örtlichen Stolowaya (Imbiss), die dann meinen Akku da behielt. Auf dem Rückweg war er wieder voll und unsere Mägen dann ebenfalls :) Fazit: Einfach nur Leute ansprechen und fragen – es wird einem bestimmt geholfen. Manchmal frage ich mich, ob das in Deutschland wohl auch klappen würde.

Was steht als nächstes auf deinem Plan? Wo geht es hin und was wirst du dort machen? Gibt es neue Sehnsuchtsorte?

Momentan befinde ich mich wie gesagt wieder auf Reisen – auf dem Landweg von Ulaanbaatar nach Berlin. Ich habe bereits das mongolische und russische Altai durchquert und bin quasi auf dem Sprung nach Moskau und St. Petersburg, ein bisschen Kulturprogramm. Danach holt mich ein Freund mit seinem Motorrad in Tallinn ab und wir fahren durch’s Baltikum und Polen zurück nach Berlin – zur Info: Ich bin Ende Juli kurz da. Danach fliege ich nach Israel und besuche die beiden Jungs, die ich in Alaska kennengelernt hatte. Ende August bin ich dann wieder in Berlin für ein paar Wochen. Im November geht es dann zum Arbeiten nach Vietnam und dann wieder nach China über den Winter.

Neue Sehnsuchtsorte sind nicht hinzugekommen, aber es gibt noch genug alte, die es abzuklappern gilt :) Zum Beispiel würde ich sehr gerne mal nach Island, Grönland, nach Chukotka und Kamchatka, Schottland, die skandinavische Polarregion und ich war immer noch nicht auf den Aleuten…

Dank meines Jobs kann ich weiterhin mehrmonatige Reisen machen. Ob ich das aber für die nächsten zehn Jahre so machen will, weiß ich nicht. Es ist auch schön ein Zuhause zu haben. Das habe ich allerdings noch nicht gefunden…

Hier noch ein paar fotografische Eindrücke von ihrer Reise:

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“Oasis” von Irina – Zum Foto

Das Bild entstand in einem kleinen Oasendorf in der mongolischen Wüste Gobi, ganz im Südwesten des Landes. Es ist eigentlich ein Schwarzweißbild. Ich habe es mit meiner Boxkamera aufgenommen und das Negativ danach digital abfotografiert durch ein Bochumer Fenster mit Abendhimmel im Hintergrund. Die dadurch hinzugekommenen Farben geben dem Ort genau die Atmosphäre die dort herrschte: warm, sandig und manchmal flirrend dunstig, irgendwie einsam und doch belebt.

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“Mongolia Hiking” von Irina

Noch im Kaukasus hatte ich ziemliche Höhenangst, doch während der Arbeit mit dem WWF musste ich steile Geröllhänge auf 2500m rauf und runterlaufen und die Gegend ohne erkennbare Wege nach Schneeleopardenspuren absuchen. Es war körperlich anstrengend mit den mongolischen Kollegen mitzuhalten und zudem war es mir doch recht mulmig angesichts solcher Abhänge. Doch nach zwei Tagen war ich von meiner Höhenangst irgendwie kuriert. Wahrscheinlich weil die Mongolen so eine Ruhe und Sicherheit ausstrahlten und so natürlich mit ihrer Umgebung umgingen, das sich das einfach auf mich übertrug :)

Herzlichen Dank, Weltenbummlerin Irina! Hier geht’s zu ihrem Userprofil.

Interview: an.ne
Fotos: Irina, steffne

La Chamanسبعة
7. Photocase-Tag in Berlin

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August ist Photocase Tag-Zeit! Wir trommeln wieder zu einem entspannten Usertreffen in Berlin, dem wir in altbewährter Tradition in diesem Jahr den klangvollen Namen “La Chamanسبعة” gegeben haben. Für alle, die sich jetzt fragen, wie man das ausspricht, hat unser hauseigener Linguist da mal was vorbereitet. Hier der neue Eintrag im Photocase-Wörterbuch:

Chamanسبعة, La
Wortart: Substantiv, feminin
Aussprache: La Chamansabaa
Bedeutung: 7. Photocase-Tag in Berlin
Synonym von: La Chamandings

Der Tag des Geschehens wird Samstag, 9. August 2014 sein. Nachdem wir in den letzten Jahren schon Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte unsicher gemacht haben, ziehen wir diesmal nach Neukölln. In den gemütlichen Garten und das Café der Werkstatt der Kulturen. Dort kann man schön im grünen sitzen und auf der Hollywoodschaukel lässig abhängen und die Beine baumeln lassen. Neben Essen und Trinken wird es natürlich auch wieder einen Fotocontest geben. Unser legendärer Photocase Wanderpokal muss schließlich seinen neuen Besitzer finden. :)

Die Eckdaten:

Wo? Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin Neukölln (Ort auf Google Maps)
Wann? Samstag, 9. August 2014
Dauer: 14 Uhr bis Schluss
Kosten: 10 Euro
Wichtig: Bitte bis zum 01. August hier anmelden.

Anmeldung und alle wichtigen Details findet ihr hier.

Und so war’s übrigens letztes Jahr:

Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch! :)

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