Fotografen erzählen etwas über ihre Fotos: 3 Wünsche von pencake

Ein Foto von pencake

Kein Ostern ohne Eier. Das hat sich auch unsere Fotografin pencake gedacht und im Hinblick auf das nahende Osterfest Ei um Ei in Szene gesetzt. Ei-gentlich könnten wir jetzt noch ganz viele Ei-Sprüche raushauen aber wir lassen lieber pencake erzählen, wie ihr Foto entstanden ist, was sie sich wünscht und woher die Eier kommen.

Mein Foto “drei wünsche” gehört zu einer ganzen Reihe von ersten Versuchen Indoor Motive zu finden und in Szene zu setzen. Eine Weiterentwicklung ihres Könnens und Schaffens wünscht sich sicher jede Fotografin, das ist also schon der erste Wunsch, der in Erfüllung ging.

Geeignete Motive im Haus zu finden war zugegebenermaßen auch ein Versuch, fotografisch gut über diesen langen Winter 2012/2013 zu kommen. Dabei habe ich zunächst nach passenden Unter- und Hintergründen für meine Motive gesucht. Auf vielen schmucken Studiobildern anderer Fotografen bei Photocase sehe ich immer wieder alte Holztische, edles Parkett oder malerisch abgetretene Schlossdielen als Untergründe. Wo so etwas jetzt herbekommen? Hier im Allgäu gibt es überall verfallene Holzhütten mitten auf Viehweiden mit herrlich “ausgebeinten” Holzbrettern die im Winde daran hin und her schaukeln. Aber der Schnee war immer noch meterhoch, kein Drankommen. Zuletzt begnügte ich mich mit einem Schuppenfund daheim: zwei uralte Holzbrettchen (40x25cm), die mir im Sommer als Rampe für den Rasenmäher dienten. Auch auf dem Foto “drei wünsche” sind sie wieder zu sehen. Gesucht, gefunden – Wunsch Nr.2 wurde Wirklichkeit.

Sobald der richtige Untergrund gefunden war, habe ich mit verschiedenen Ei-Sorten experimentiert. Zunächst mit einem weißen Hühnerei (auf Altholz – klar) als puristische Osterei-Version. Die Eier, die ich auf dem Foto in den Händen halte sind Wachteleier. Wachteleier sind was fürs Auge. Sie können grün, weiß oder bläulich sein, meistens sind sie jedoch gelblich-braun gescheckt. Wachteln brüten wie Hühner auf dem Boden und die verschiedenen Färbungen und Flecken dienen als Tarnung. Forscher haben herausgefunden, dass Wachtelmütter den Untergrund nach der Färbung ihrer Eier wählen. Vögel mit hellen, wenig gefleckten Eiern zum Beispiel wählen helle Oberflächen, damit der Untergrund mit der Brut augenscheinlich verschmelzt und Nesträuber keine Chance haben. Jedes Wachtelei sieht anders aus, was ihren optischen Reiz ausmacht. Bei Wachteleiern ist eben nicht “ein Ei wie das andere”. Für mich sind sie einfach ein dekoratives Kleinod und Augenschmaus, deshalb habe ich sie teilweise vorsichtig ausgeblasen oder einfach solange liegen lassen bis das winzige Innenleben ausgetrocknete und beim Schütteln ein leises, dumpfes Klacken zu hören war.

Aufgenommen wurde das Foto mit meiner kleinen, leichten Pen (E-PL3) (daher auch der Username pen-cake). Die habe ich inzwischen immer bei mir, wenn ich das Haus verlasse. Seit ich mir das Leica Summilux 25mm F1.4 geleistet habe, fotografiere ich fast ausschließlich mit dieser herrlichen Festbrennweite. Die hohe Lichtstärke eignet sich nicht nur für dunkle Wälder, sondern im Winter auch für dunkle Zimmer. Zuvor habe ich das Stativ aufgebaut, meine beiden Spezialbrettchen untergelegt, die Kamera positioniert und auf die gewünschte Entfernung scharf gestellt, dann den Selbstauslöser gedrückt. 12 lange Sekunden hatte ich nun Zeit, meine Hände mit den drei Wachtelei-Wünschen darin in Position zu bringen. Da ich an diesem Tag mal wieder zu wenig Wasser getrunken hatte, sieht man den Abdruck des Auslösers hier noch auf der Fingerkuppe des rechten Zeigefingers. Ein Haar in der Suppe, peinlich. Die ganze Szene wird von rechts durch das Tageslicht einer Balkontür sanft beleuchtet, denn hiervor hängt ein etwas dichterer, weißer Vorhang, sozusagen als Diffusor. Zugeschnitten und leicht bearbeitet wurde das Foto in Lightroom 4 und Flare.

So, jetzt habe ich noch einen Wunsch frei. Aber den verrate ich nicht, sonst geht er nicht in Erfüllung! 🙂

Danke, pencake! Hier geht’s zu ihrem Userprofil.

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