In der kanadischen Wildnis Nordlichter beobachten mit PiLens

"Wünsch Dir was" – ein Foto von von PiLens

“Wünsch Dir was” von PiLens

Unserem heutigen Blogpost müssen wir eine kleine Vorwarnung voranstellen: Die folgenden Fotos können extremes Fernweh verursachen. Wir sind definitiv schon angesteckt. In unserer Reihe “Fotografen erzählen etwas über ihre Fotos” geht es diesen Monat in den Nordwesten Kanadas. Unser Fotograf Stephan Pietzko aka PiLens nimmt uns mit in die Wildnis, in wunderschöne Landschaften und beobachtet mit uns sogar Polarlichter. Oh Kanada, du Schöne…

Es war Liebe auf den ersten Blick als ich, bei Düsseldorf aufgewachsen und 19 Jahre jung, zum ersten Mal in Lappland war. Geheimnisvolle Taiga und subarktische Tundra, unberührte Wildnis, wilde Flüsse, klare Seen, schroffe Berge, helle Mittsommernächte mit sirrenden Mücken, richtige Winter mit eisklarer Kälte, grandiose Naturlandschaften und unbeschreibliche Lichtstimmungen, all dies ist der Norden (und noch so viel mehr!). Man kann ihn lieben, man kann ihn hassen, aber gleichgültig bleibt wohl niemand.

Es sollte eine lebenslange Affäre werden. Zuerst immer wieder und immer öfter im Sommer und Herbst nach Lappland. Dann zwei abenteuerliche Überwinterungen in einer echten Trapperhütte, einsam und ganz romantisch mit meiner heutigen Frau im kanadischen Wald. Und endlich die Auswanderung in die Wahlheimat am Ufer des Lake Laberge im Yukon Territorium im Nordwesten Kanadas.

"Mondscheinhütte" - PiLens / Photocase.de

“Mondscheinhütte” von PiLens

Die Aurora borealis ist für mich das Sinnbild und der Innbegriff für diese schwer zu fassende, aber meinen Lebensweg so stark dominierende Faszination, die die boreale Wildnis für mich nie verloren hat. Als Naturwissenschaftler weiß ich, dass Nordlichter durch elektrische geladene Partikel des Sonnenwinds entstehen. Die werden zunächst vom Magnetfeld der Erde eingefangen und zu den Polen hin abgelenkt. Dort können sie die Erdatmosphäre erreichen. Was dann passiert gleicht dem physikalischen Vorgang in einer elektrischen Leuchtstoffröhre. So gesehen sind Polarlicher eine Leuchtreklame der Sonne. Ihr Geheimnis des emotionalen Widerhalls in mir lüftet die Wissenschaft allerdings nicht. Wen wundert es da, dass mich der Norden auch zum Fotografieren inspiriert hat?

Rein von der fotografischen Technik sind Nordlichter keine große Herausforderung: eine gute DSLR, wie meine Canon 5D MII, die bei ISO 800 oder 1600 und bis zu 30 Sekunden Belichtungszeit noch akzeptables Bildrauschen produziert, ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (f=2.8 oder besser), ein stabiles Stativ und ein Kabelauslöser sind alles was man braucht. Problematischer sind Dinge wie das Scharfstellen in fast völliger Dunkelheit, wo kein Autofokus mehr mitmacht, die nächtliche Winterkälte (bis -40 Grad), die Batterien und den Fingern zusetzt, vernebelte Brillengläser, vereiste Objektive undundund. Bis die Kamera bereit ist, ist der Tanz der Aurora oft schon vorbei. Und aufpassen, wenn es zurück an den Ofen geht. Das Fotogerät muss sich luftdicht verpackt aufwärmen können, sonst zerstört die unvermeidlich auftretende Kondensation die empfindliche Kameraelektronik.

Hier ein paar Stimmungen vom Lake Laberge mit und ohne Aurora nach Jahreszeiten:

Im Frühling:

"Der Winter geht" von PiLens

“Der Winter geht” von PiLens

Im Sommer:

"Mitternacht auf'm See" - ein Foto von PiLens / Photocase.de

“Mitternacht auf’m See” von PiLens

"Lichtblick" – ein Foto von PiLens / Photocase.de

“Lichtblick” von PiLens

"Endlich Sommer" – ein Foto von PiLens / Photocase.de

“Endlich Sommer” von PiLens

Im Herbst:

"Nordlicht im Herbst" – ein Foto von PiLens / Photocase.de

“Nordlicht im Herbst” von PiLens

Im Winter:

"Himmelsexplosion" – ein Foto von PiLens / Photocase.de

“Himmelsexplosion” von PiLens

"Polarlicht über Winterlandschaft im Mondschein" – ein Foto vom PiLens / Photocase.de

“Polarlicht über Winterlandschaft im Mondschein” von PiLens

Vielen Dank, Stephan! Hier geht’s zu seinem Userprofil. Mehr Fotos in den Lightboxen NordlichterAlltag im Yukon Territory, Kanada. und Eis & Schnee. Noch mehr Fotos von Stephan gibt’s hier auf seiner Seite imagoborealis.com

11 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. freut mich etwas mehr über dich, deinen lebensweg und deine wahlheimat zu lesen. live your dream – du hast es wahr gemacht! schöne weihnachten für dich und deine lieben!

  2. Schön für dich das alles so gut zusammen passt und auch weiterhin tolle Bilder!

  3. Großartig. Wundervoll. Sehenswert. Grandios. Beneidenswert. Das sind so Wörter die mir gerade in den Sinn kommen 😉

  4. Danke für deinen Bericht und die wundervollen Fotos.
    Auf meiner Wunschliste steht schon seit langem – einmal ein Nordlicht sehen –

  5. oh wow! Ich finde die Bilder sind eine Sensation!!! Ich hoffe, dass ich es irgendwann auch einmal schaffe, ein paar aurora borrealis auf meine Speicherkarte zu bekommen.

    Kanada hat mich damals selber sehr fasziniert und berührt – kann Dich da sehr gut verstehen!

  6. Das sind ja tolle Bilder. Da will man ja gleich seinen Urlaub buchen. Werde sie mir gleich zum vierten Mal ansehen.

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