Fotografen erzählen etwas über ihre Fotos: DOUBLE TROUBLE von nicolasberlin und phoenixie

Zwei Kugeln Eis sind besser als eine, ein doppelter Espresso hält länger wach als ein einfacher und doppelt sehen kann manchmal gut für die Augen sein. Unsere beiden Fotografen nicolasberlin aus Berlin und phoenixie aus der Schweiz haben in einem Gemeinschaftsprojekt eine Serie von sehr spannenden Doppelportraits geschaffen. Die beiden Fotos mit dem Titel “DOUBLE TROUBLE” sind Teil dieser Reihe. Über das Spiel mit der Realität, Nähe und Distanz erzählt nicolasberlin in diesem Beitrag.

DOUBLE TROUBLE. Ein Foto von nicolasberlin

Ein Foto von nicolasberlin

Dieses Projekt lag mir schon seit 2 Jahren auf der Seele. Lichtbilder dokumentieren die Realität. Das wird der Fotografie schon immer nachgesagt. Und genau hiermit zu spielen, dieses Konzept auszunutzen, um den Betrachter in die Irre zu führen, finde ich das Spannende an der Fotografie.

Als ich phoenixie‘s Fotos entdeckte, diese tollen Selfischs, wie sie sie nennt, war mir klar, es ist jetzt oder nie. Ich schrieb sie an und schilderte ihr meine Idee zusammen ein kleines Fotoprojekt zu starten. Langsam aber sicher wurde das Konzept immer konkreter. Jeder machte Fotos von sich selbst. Dank Skype und Dropbox war die Kommunikation und der Austausch nicht schwer. Die größte Herausforderung für uns beide war, aus einem Pool fremder Fotos eines heraus zu suchen, das sich am besten mit einem eigenen Foto zu einer Collage vereinen lässt. Gleichzeitig hat genau das aber auch den größten Spaß gemacht.

Entstanden sind die Fotos also zu 50% in der Schweiz & Berlin und zu 50% auf dem Computer in Photoshop. Vor dem Shooting haben wir zunächst Blende und Brennweite abgeglichen. Beim Shooting selbst haben wir genau darauf geachtet, dass genug Schatten- und Licht-Kontraste auf den Körpern sind. In Photoshop sind die beiden Einzelfotos dann zu einem verschmolzen. Dazu haben wir zunächst beide Fotos als zwei Layer geladen und danach Opacity und Blending angepasst (Multiply, Overlay oder Hard Light). Et voilá, fertig ist die Doppelbelichtung, die keine ist. Aus diesem Grund verwende ich hierfür den Begriff Collage viel lieber.

DOUBLE TROUBLE. Ein Foto von phoenixie

Ein Foto von phoenixie

Auf den Punkt gebracht wollten wir mit diesem Projekt darstellen, wie schön man doch mit der Fotografie lügen kann: Es sollten Fotos zu Stande kommen, die zwei Personen zeigen, die sich so nah sind, so innig zusammen, ja fast schon ineinander verschmolzen sind, dass man als Betrachter den Eindruck bekommt, dass es sich hier um ein Paar oder sehr gute Bekannte handelt. Dabei sind sich diese Menschen in Realität noch nie persönlich begegnet und wohnen in völlig fremden Ländern. Eine große Lüge eben.

Was sich langsam durch das gemeinsame Arbeiten entwickelt hat, ist das Konzept der Traurigkeit vom Anfang des Endes einer Beziehung, dass – obwohl man noch zusammen zu sein scheint, es schon doch in Wirklichkeit schon lange gar nicht mehr ist. Melancholie pur, in welche ich dank phoenixie’s tollen Fotos auch mal eintauchen durfte.

Vielen Dank an phoenixie und nicolasberlin!

Mehr Fotos aus der Reihe gibt es hier zu sehen. Den Song zum Fotoprojekt könnt ihr hier nachhören.

7 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. das ist ja ein ding!
    ich wusste gar nicht, dass das unsere phönie da im hintergrund ist :-D
    großartig!

  2. da schliess ich mich secret an – hat ich echt auch nicht geschnallt.
    find die idee toll – vor allem in der heutigen welt, wo man so weit entfernt sein kann und doch so nah ist und umgekehrt.

  3. Das habt ihr wunderbar gemacht und mir gefällt es sehr!
    Wirklich beeindruckend. Die Lüge ist gelungen :-)

  4. noch besser (wenn das überhaupt geht) mit der Geschichte dahinter. Genial!!!

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