Wir backen Dresdner Christstollen

In den Stollen kommen 14 verschiedene Zutaten

Da der größte Teil vom Team aus Dresden kommt ist die Zusichnahme von Dresdner Christstollen (Orginal!!) Pflicht. Damit ihr auch in den Genuss kommt habe ich mich am Wochenende an die Mission gewagt, einen Stollen zu backen. Hier das Ergebnis zum Nachmachen. Gleich vorweg: Es ist eigentlich gar nicht so schwierig aber ziemlich zeitaufwendig, weil der Teig zwischen den einzelnen Arbeitsschritten immer ne ganze Weile gehen muss. Falls noch jemand Lust auf Stollen backen hat, könnt ihr hier nachlesen, wie es gemacht wird.

Die Zutaten (für 2 Stollen):

  • 1 kg Mehl
  • 100 g Hefe
  • 150 Zucker
  • 1/4 Liter Milch
  • 400 g Butter, zerlassen
  • 1 TL Salz
  • abgeriebene Zitronen-Schale
  • 75 g Zitronat (gehackt)
  • 75 g Orangeat (gehackt)
  • 250 g Mandelstifte
  • 400 g Sultaninen (also Rosinen) und
  • 100 g Korinthen, über Nacht in 3 EL Rum mariniert (Wie ich nachgelesen habe, sind Korinthen kleine Rosinen, die hab ich allerdings im Supermarkt nicht gefunden und hab stattdessen einfach ganz normale Rosinen genommen). Tipp: Ruhig ein paar mehr einlegen zum Naschen während des Backens 🙂
  • 50 g Butter, zerlassen zum Bestreichen
  • reichlich Puderzucker zum Bestieben

Vorteig beim Anrühren und nach dem Gehen lassen.

Als erstes das Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte mit einem Löffel eine Mulde eindrücken. In dieser Mulde dann den Vorteig anrühren. Ich habe zunächst die zerbröckelte Hefe mit 1 EL Zucker und einigen Esslöffeln lauwarmer Milch in einer Tasse vermengt, dann in die Mulde gegossen und mit etwas Mehl vom Rand zu einem weichen Vorteig verrührt. Den Vorteig leicht mit etwas Mehl bestäuben und gehen lassen. Im Rezept stand leider nicht wie lange, deswegen hab ich so eine halbe Stunde gewartet und siehe da, der Vorteig war auch etwas aufgegangen. (Da mir das Konzept von Vorteig allgemein zugegebenermaßen nicht ganz so vertraut war, bin ich mir nicht ganz so sicher, ob ich das korrekt gemacht habe aber da der Teig eigentlich ganz gut geworden ist, geh ich mal davon aus, dass ich nicht ganz daneben lag. :))

Teig kräftig durchkneten. So lange gehen lassen, bis der Teig doppelt so groß geworden ist.

Nach überstandenem Vorteig-Prolog die zerlassene aber etwas abgekühlte Butter (sollte lauwarm sein) mit dem restlichen Zucker, Salz und Zitronenschale auf den Mehlrand geben und mit der lauwarmen Milch zu einem Teig vermixen. Dann noch das Zitronat, Orangeat, Mandeln, Rosinen und die in Rum eingelegten Korinthen bzw. Rosinen dazugeben. Auf einer bemehlten Unterlagen kräftig durchkneten. Den Teig zugedeckt gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat (ich hab so ca. 2 Stunden gewartet aber wahrscheinlich würden hier auch eine oder eineinhalb Stunden Ruhezeit ausreichen.)

Teig ausrollen und in Form bringen

Nach der Ruhepause den Teig in 2 Hälften teilen und mit dem Nudelholz zu 2 länglichen Stollen ausrollen. In der Mitte etwas flach drücken und dann die eine über die andere Hälfte schlagen, um den Teig in die typische Stollenform zu bringen. Nach dem Stollenteig-Origami kann man sich gleich wieder etwas ausruhen, denn die Stollen müssen auf dem Blech noch mal eine Weile gehen. Auch hier stand im Rezept wieder keine Zeit-Angabe. Ich hab noch mal so ca. eine Stunde gewartet, bevor ich das Blech dann in den Ofen geschoben hab. Backtemperatur sind 200 Grad (vorgeheizt). Nach 20 Minuten die Hitze auf 180 Grad runterdrehen. Die Gesamtbackzeit beträgt 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden.

Nach dem Backen die noch heißen Stollen schön mit zerlassener Butter bestreichen und dick mit Puderzucker bestieben und fertig! Allerdings muss man noch 2 Wochen warten, bevor man das Backwerk verkosten kann. Denn nach dem Abkühlen soll man die Stollen in Alufolie einwickeln und noch 14 Tage kühl lagern.

Wir wünschen viel Spaß beim Nachbacken und natürlich beim Essen. Wer nicht selber backen mag, den Dresdner Stollen gibt es ja auch fast überall zu kaufen. In Berlin (wie wir gehört haben) zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus bei der Dame mit dem eindeutigen Akzent. Seit heute (einen Tag nach dem Totensonntag, nächsten Sonntag ist schon der erste Advent) darf man ja ganz offiziell den Weihnachtsschmuck rausholen und ohne schlechtes Gewissen Pfefferkuchen und Domino-Steine vertilgen. Juchu. Mehr Weihnachts-Leckereien gibt’s in unserer Lightbox dieser Woche.

Danke, Anja für das Rezept. Dieses stammt aus dem Buch (Achtung, nicht lachen ;)): “Ich helf dir kochen. Das erfolgreiche Universalkochbuch mit großem Backteil” von Hedwig Maria Stuber.

17 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. Die Männer im Team waren in der Zwischenzeit draußen, mit freiem Oberkörper, Holz hacken.

  2. das ist ungeheuer großzügig von den dresdner männern.
    ich mach mich am wochenende dran. also ans backen und holzhacken gleichermaßen.
    eine frage hab ich noch: wieso steht da nicht “wir backen einen striezel” 🙂

    (ich helf dir kochen-das buch hab ich auch *kaputtlach*)

  3. Kleiner Tip am Rande ( kommt aus Dresden )
    Stollen ohne Butter und Puderzucker 2 Wochen ruhen lasssen und erst vor der Verkostung reichlich Buttern und federn- äh -zuckern.
    Ich steh auch nicht auf Citro-orangade, da nehm ich lieber mehr Biozitronenschale und einen schluck Grand Marnier.
    Und für die Rosinen feinsten venezuelanischen Rum 🙂

  4. Super! Stollen und freie Oberkörper … :-))
    Die Stuber hab ich auch…. :-))

  5. Fettflecken werden wie neu, wenn man sie von Zeit zu Zeit mit etwas Butter bestreicht …

  6. schicke aktion.
    die holzhacker hätte ich neben den teigknetbildern allerdings auch sehr gern gesehen.

  7. Was ist ein Gnuß? 😀
    Das klingt sooo lecker! Aber ich bezweifle, dass ich diese monströsen Stollen in meinen Mikrowellenoffen quetschen kann 😉

  8. ooohhhhh – – – da werden kindheitserinnerungen wach *träum*
    hat mutti früher auch immer gebacken
    und papa war im garten
    holz hacken . . .

    😉

  9. und das mit dem 2 – 3 wochen ohne butter und so liegen lassen stimmt übrigens,
    erst kurz vorm essen schön buttern und zuckern
    und die rosinen vorm backen natürlich schön im rum rummachen lassen . . .

    😉

  10. Oh, da fällt mir doch gerade diese enorm lustige Witz ein:

    Treffen sich zwei Rosinen.

    Sagt die Eine: „Wieso hast’n du nen Helm auf?“

    Darauf die Andere: „Ich muß noch in den Stollen.“

  11. Ich fürchte, wir werden die Fotos nochmal im Susenforum sehen. Die werden wohl nicht bestätigt 🙁

  12. also,dexter,warum hast du nicht deine mutti gefragt.mandeln werden gemahlen und man kauft keine stifte,sondern ganze mandeln und zieht sie selber ab.du kaufst doch auch keinen fertig geriebenen käse oder.

  13. Nachdem wir die letzten jahre den Dresdner Christstollen immer gekauft hatten, werden wir wohl dies Jahr selber backen. Bis Weihnachten ist es ja nicht mehr lange hin.. und der Stollen sollte schon etwas liegen und gut durchziehen..

Schreib hier

Muss ausgefüllt werden *.