Fotografen erzählen etwas über ihre Fotos: “Pfad zum Licht” von maspi

Sieht man mal von der derzeitigen Kälte ab, dann war der Herbst in diesem Jahr doch eigentlich ganz gut zu uns. Zumindest im September konnten wir sogar noch mal die kurzen Hosen aus dem Schrank kramen und am Wochenende gepflegt in der Sonne abhängen. Fotogen ist der Herbst noch dazu. Das merkt man auch daran, dass wir einfach mal unglaublich viele tolle Herbstfotos haben. Vor kurzem kam dann noch das Foto “Pfad zum Licht” von maspi hinzu und wie diese mystische Aufnahme entstanden ist, erzählt er uns hier im Blog.

Ein Foto von maspi

Es war einmal an einem Morgen im späten September. Am Tag vorher war ich von einer längeren, anstrengenden Reise zurückgekehrt. Auf dem Rückflug hatte ich mich schon die ganze Zeit auf den Lauf durch meinen Lieblingswald gefreut. Eigentlich wollte ich ganz früh starten aber leider hatte Mr. Jetlag etwas dagegen und so kam ich erst um kurz vor 9 im Gehölz an. Natürlich mit dem Auto, nicht mit dem Radl wie sonst – es war ja schon spät…

Letzte Nebelfetzen, die die Sonne noch nicht weggebrutzelt hatte, hingen noch zwischen den Bäumen – schön. So genoss ich in tiefen Zügen die frische Luft und die tollen Lichtspiele. Nach ca. ½ Std Wellnesslauf kam ich dann an die Stelle die auf dem Foto zu sehen ist – und dann passierte es. Ich konnte plötzlich nicht mehr weiterlaufen. Ich verspürte den unheimlichen Drang diese Stimmung festhalten zu müssen. Aber wie? Eine Kamera hatte ich natürlich nicht dabei – vielleicht im Auto? In der Gewissheit, dass mir das Motiv die nächsten Tage noch ein ordentlich schlechtes Gewissen bereiten würde, würde ich es nicht sofort fotografieren lief ich also ergeben zurück zur Knatterkiste und, oh Wunder, im Handschuhfach war tatsächlich eine Kamera. Sogar Batterien waren noch vorhanden, wenn auch fast leer. Also zurück zum Pfad, die Kamera auf einem Ast platziert und so viele Bilder eingefangen bis die Batterien leer waren und das Objektiv nicht mehr zurück ins Gehäuse wollte. So lief ich gezwungenermaßen wieder zurück zum Auto, überspielte die Bilder irgendwann auf meinen Rechner und – vergaß sie anschließend für ein paar Jahre.

Zumindest so lange, bis ich vor kurzem den mittlerweile alten Rechner entsorgen wollte und sicherheitshalber ein letztes Mal die Festplatte auf wichtige Dateien hin überprüfte. Da fand ich die längst vergessenen Bilder in einem verwaisten Verzeichnis. Zur Erklärung muss ich noch anfügen, dass ich damals mit CHDK experimentierte (einem Programm welches die Firmware der kleinen Canon überschreibt und es u.a. ermöglicht, Belichtungsreihen zu fotografieren und RAW Dateien zu generieren). So fotografierte ich auch dieses Motiv mit CHDK und es entstand eine kleine Belichtungsreihe von 3 Bildern im RAW Format. Der Rest ist dann schnell erzählt. Die 3 Aufnahmen habe ich flugs mittels Photoshop zu einem zusammengezaubert und es wurde zu dem was ihr hier seht – einem Bild aus längst vergangenen Zeiten.

Danke, maspi! Hier geht’s zu seinem Userprofil.

4 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. ich mag das bild sehr, die stimmung, das licht, die farben.
    und zu lesen, wie ein bild entstand, die umstände, find ich spannend, überhaupt eure reihe ‘fotografen erzählen über ihre fotos’ find ich ne ganz, ganz tolle idee!

  2. Ein sehr schönes Bild – und die Geschichte dazu ist nett erzählt.
    Leider hört die Geschichte da auf, wo mein eigentliches Interesse angefangen hätte. Denn ich gehe doch sehr stark davon aus, dass da noch so einiges in Photoshop & Co passiert ist – die reduzierten Farben, das stark leuchtende Laub, die Vignettierung – all das ist doch sicher nicht das rohe Ergebnis einer Knipse, die im Handschuhfach rumliegt, oder…?

  3. O ja! Das Bild und das Geschichtchen gefallen mir sehr gut!!

  4. oh ich weiß, wie man sich in solchen momenten fühlt. das perfekte bild vor augen und keine kamera dabei. da hänge ich jetzt einigen motiven schon jahre mit den gedanken hinterher. sie kommen aber auch nie wieder.

    dein foto… wie ich schon kommentiert hatte, einfach zauberhaft. wie aus einem märchen!

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